Mittwoch, Oktober 26, 2016

Franken visa Frankreich

oder wie man sich die Welt schön redet…

Nun bin ich fast einen Monat zurück aus Frankreich und für mich als „Fremde“ ist es eigentlich fast egal wo ich lebe, denn es gibt so einige Parallelen zwischen den Ländern. Nach 5 Wochen Frankreich und 5 Jahren Franken glaube ich mir durchaus ein Urteil erlauben zu dürfen.
Es beginnt, ganz klar, schon beim Namen: Franken - Frankreich, die sind wirklich auffallend ähnlich.
Eine weitere "fränkisch - französische" Gemeinsamkeit für mich ist die Sprache. Hier in Franken wird ebenso eine fremde Sprache gesprochen wie in Frankreich. Ich verstehe einfach nichts. Die hierzulande gesprochene Sprache heißt Fränkisch und ist wie auch Französisch eine äußerst schwierig zu erlernende Sprache. Insbesondere die Betonung und richtige Aussprache haben es für uns NICHTFRANKEN in sich.
Zu allererst: es heißt Fränggisch und nicht Fränkisch, denn ein „K“, „P“ und „T“ kennt der Franke nicht. Auffallende Parallelen zwischen Französisch und Fränggisch sind die weiche und nasale Aussprache und „dahaam“ hat der Frangge auch einen Balkon mit „am Barasool“.
Etwas einfacher ist es mit den Fällen, denn diese sind nicht so umfangreich wie im Französischen, da der Franke den Akkusativ durch den Dativ ersetzt. Das klingt in etwa so: „Mid die Kinder schblln“, „mid die Füße laafen und „mid die Nachmärn waaafn“. Im Fränggischen wird oft an Worte ein „a“ angehängt, die genaue Vorgehensweise dabei hat sich mir leider auch nach 5 Jahren noch nicht erschlossen. So gibt es beim Bäcker „Weggla“, im Blumenladen „Blummla“ und im Restaurant „Ribbla“.
Und was ist wohl fei Wärggli, ein Pfifferla, ein Laggl, ein Ladderwächela oder etwa ein Mamaladnamerla? Und was bedeutet Kohgld, klaa, Blebberla, gemma, gscheiß oder Grosskobferd? Und wer ist bitte Loddar Maddäus? Ihr seht die Verständigung ist in beiden Ländern nicht ganz einfach. Vorige Woche habe ich beim Bäcker ein Milchbrötchen verlangt. Ein sehr fragender, sehr strenger Blick folgte und der Finger der Verkäuferin zeigte auf die „Weggla“: Hommer ned! Und damit bin ich bei einer weiteren „fränkisch - französischen" Besonderheit. Der Franke spricht nicht gern mit Fremden. Das ist insofern interessant, da dem Franzosen nachgesagt wird, er spräche nicht gern mit Deutschen, wobei ich dies nicht bestätigen kann.
Auch landschaftlich ist Franken der Côte d`Azur gar nicht so unähnlich. Wasser beispielsweise. Es gibt unglaublich viele Gewässer. Die langen Sandstrände fehlen zwar, aber Hütten und Buden gibt es hier an den Gewässern auch. Und ob nun die Berge der Fränkischen oder die der Seealpen...
Die Fischrestaurants werden hier Fischküchn genannt und was dem Franken sei „Fleischküchla“ is, ist dem Franzosen sein Steak Haché.
Ihr seht also, als „Zugrasde“, die beide Regionen kennenlernen durfte, ist es für mich eigentlich egal wo ich bin. Also was will ich mehr. Ich fühle mich wie im Langzeiturlaub. Nur auf die Wetterapp darf ich nicht schauen, aber ich hab ja kuschelige Decken. Bei besonders grauem Grau am Himmel ziehe ich sie mir einfach bis über den Kopf.












Almächd Eure Donja

PS: Falls Ihr auch eine Decke braucht die Ihr über den Kopf ziehen könnt: Hier


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